Kultur

Lässig bis in die Fingerspitzen: Eric Clapton in München

Laura Engel18. Juni 20262 Min Lesezeit

In der ausverkauften Olympiahalle in München begeisterte Eric Clapton am Montagabend sein Publikum mit einer darstellerischen Leichtigkeit, die die Zeit, und auch die Jahre seiner Karriere, vergessen ließ. Mit einem Repertoire, das die großen Hits seiner über 50-jährigen Laufbahn umfasste, zeigte der 78-jährige Musiker, dass sein Fingerfertigkeit an der Gitarre nach wie vor beeindruckend ist – und das, trotz der zahlreichen Höhen und Tiefen, die sein Leben begleitete.

Die Atmosphäre war dank der Mischung aus eingefleischten Fans und neugierigen Neuankömmlingen fast greifbar. Die Sicherheit der älteren Generation schien den jungen Zuhörern ein Gefühl von Historie zu vermitteln, während sie in einem nostalgischen Dunst von Blues und Rock schwelgten. Clapton selbst wirkte, als würde er mit den Zuschauern in einem intimen Dialog stehen – das Lächeln, das er bei den ersten Klängen von "Layla" zur Schau stellte, verriet, dass er auch nach all den Jahren noch Freude am Spiel hat.

Die Setlist war ein wahres Best-of und spannte den Bogen von "Tears in Heaven" über "Wonderful Tonight" bis hin zu den energiegeladenen Passagen von "Cocaine". Es war ein Abend, an dem Clapton sein ganzes Können demonstrierte und die Menge dazu einlud, in die Melodien einzutauchen, als wäre das Konzert eine Art Zeitreise. Die Instrumental- und Gesangsdarbietungen waren nicht nur genaue Wiederholungen der Studioaufnahmen; sie waren lebendig, improvisiert und verspielt – eine Erinnerung daran, dass Clapton nicht nur ein Musiker, sondern auch ein Performer ist, der sein Publikum versteht und es im besten Sinne einbezieht.

Es gab Momente, die fast meditativ waren, als Clapton mit sanften Klängen und melancholischen Texten begann, die Zuhörer in seine Gedankenwelt einzuladen. Die Verbindung, die er mit den Fans herstellte, war spürbar, besonders als er die Geschichten hinter einigen seiner bekanntesten Lieder teilte, wodurch das Gefühl eines persönlichen Gesprächs entstand. Man hätte meinen können, sie seien alte Freunde, die sich nach Jahren wiedersehen.

Das Publikum war sichtlich bewegt, und mehr als einmal wurden die Kosten für einen Ticketpreis, der gut und gerne in das obere Preissegment gehörte, mit einem begeisterten Zwischenapplaus belohnt. Einmalige Ressourcen sind in der Kultur oft schwer zu finden, sowohl für die Künstler als auch für die Zuschauer – und in diesem Moment wurde die Bedeutung eines solchen Abends besonders deutlich.

Eric Clapton, ein Meister seines Fachs, überzeugte durch seine unaufdringliche Art und seine ergreifenden Stücke. Die Erinnerung an diesen Auftritt wird sowohl für die alten Hasen, die die Musikgeschichte in den 60ern miterleben durften, als auch für die jüngeren Generationen, die sich in diese Klänge verliebt haben, lange bleiben. München hatte die Ehre, einen der größten Musiker unserer Zeit in akustischer Hochform zu erleben.

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